- Produkte
- Züchter-Produkte von Eukanuba
- Und auf Eukanuba.de:
- Verbraucher-Produkte von Eukanuba
- Ernährungsphilosophie
- Bibliothek
- Artikel zur Hundeernährung
- Artikel zu aktiven Hunden
- Züchter TV
- Und auf Eukanuba.at:
- Breedopedia
- Breedmatch
- Eukanuba TV
- World Challenge
- Partnerschaften
- Züchterclub
- Neuigkeiten
LEIDENSCHAFTLICHE ZÜCHTER
ERGÄNZEN STÄNDIG IHR
WISSEN
Auf Rasse und Größe abgestimmte Hundenahrung
Archivdokument IAMS COMPANY
Iams ist seit 1999 eine eingetragene Marke von The Procter & Gamble Company. Dieses Dokument ist ein Archivdokument, das in der Vergangenheit vom Unternehmen Iams Pet Food bzw. für die Produkte von Iams Pet Food verwendet wurde. Sämtliche enthaltenen Angaben im Kontext der Zeit oder Geographie der ursprünglichen Verwendung sind zu ersetzen, da sich die Umstände und die Produkte mittlerweile geändert haben können. Die Produkte und deren zugehörige Informationen gelten ausschließlich für die USA. Ohne Zustimmung von P&G ist die überlassung oder weitere Nutzung dieser Unterlagen nicht gestattet.
AUF RASSE UND GRÖSSE ABGESTIMMTE NAHRUNG
Martin Coffman, DVM
Research and Development Division
The Iams Company, Lewisburg, Ohio, USA
Presented at the Iams Breeder' Symposium, February 9, 2002
EINFÜHRUNG
Es gibt 150 vom American Kennel Club anerkannte Hunderassen. Berücksichtigt man nun die Rassen, die vom United Kennel Club, im Field Dog Stud Book, vom Canadian Kennel Club und den Dutzenden anderen Registrierungsinstituten weltweit geführt werden, blicken wir auf eine wahrhaft beeindruckende Rassenvielfalt unter den Haushunden. All diese Rassen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe, ihrer Bestimmung, ihres Exterieurs und ihrer Gene grundlegend. Zwar weisen alle Hunde aus physiologischer Sicht eine gewisse Ähnlichkeit auf (alle besitzen ein Herz, Nieren, ein Verdauungssystem, zwei Augen usw.), dennoch gibt es zwischen den einzelnen Rassen zahlreiche Unterschiede.
Die Rassenunterscheidung lässt sich bis zur frühen Domestikation zurückverfolgen. Der Mensch hat bei früh domestizierten Caniden, die von Hyänen und Wölfen abstammten, bestimmte, für das Überleben des Menschen nützliche Merkmale erkannt. Vom Jagen bis zur Fährtensuche, vom Vorstehen vor Wild bis zur Bewachung des Lagers - man begann, Hunde für bestimmte Zwecke zu züchten. Jetzt, Jahrhunderte später, haben sich die Rassen zu eigenen Entitäten entwickelt, die diese frühen Einsatzgebiete widerspiegeln, selbst wenn ihre ursprüngliche Funktion durch den gesellschaftlichen Fortschritt mehr in den Hintergrund gerückt ist.
Die Vielfalt der Rassen, insbesondere die Unterschiede in der Größe, stellt Tierärzte, Ernährungswissenschaftler, Zwingerleiter und Züchter immer wieder vor große Herausforderungen. Die Größe der Rasse ist häufig mit einem unterschiedlichen Energieumsatz, einer unterschiedlichen Wachstumsrate und einer unterschiedlichen Lebenserwartung verknüpft. Beispielsweise erreichen sowohl ein 2,5 kg schwerer Chihuahua als auch ein 75 kg schwerer Neufundländer das Ende ihrer Entwicklung und ihres Wachstums innerhalb eines ähnlichen Zeitraums. Der 30-fache Unterschied in der Körpergröße dieser beiden Hunde bedeutet jedoch, dass die Wachstumsrate des Neufundländers (Pfund Körpergewicht pro Monat) und die Menge an Gewebe die des winzigen Chihuahuas bei weitem übertrifft. Tierärzte und Ernährungswissenschaftler müssen diese Verschiedenheiten aus dem Standpunkt der Gesundheitspflege und der Ernährung berücksichtigen.
ERNÄHRUNGSBEDÜRFNISSE
Kleine Rassen
Kleine Rassen und Zwergrassen haben einen höheren Energiebedarf pro Einheit Körpergewicht als Hunde großer und sehr großer Rassen.1 Dies lässt sich auf den Zusammenhang zwischen Energieumsatz und Gesamt-Körperoberfläche zurückführen. Da kleinere Rassen ein größeres Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpergewicht als große Rassen besitzen, benötigen sie mehr Energie pro Einheit Gewicht (Pfund oder Kilogramm). Darüber hinaus ist der Magen kleiner Rassen relativ klein, so dass ihre Fähigkeit, Nahrung aufzunehmen, stark eingeschränkt ist.
Nahrungsprodukte für kleine Rassen sollten einen höheren Energiegehalt und eine Nahrungsmatrix mit höherer Nährstoffdichte als Produkte für größere Rassen aufweisen. Leichte Verdaulichkeit ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, so dass in kleinen Portionen eine optimale Nährwertversorgung bereitgestellt werden kann. Für leichteres Kauen und Aufnehmen der Nahrung sollten ferner Größe und Form der Kroketten speziell für kleine Mäuler angepasst werden.
Mittelgroße Rassen
Kleine und große Rassen haben besondere Ernährungs- und Gesundheitsbedürfnisse, die bereits umfassend dokumentiert wurden. Die mittelgroßen Rassen, wie Beagles oder Spaniels, und der Hütehund fallen jedoch "dazwischen". Einige der ernährungsbezogenen Probleme großer Rassen, wie Probleme bei der Knochenentwicklung, treten gelegentlich auch bei mittelgroßen Rassen auf. Mittelgroße Rassen haben je nach Lebensstil einen mäßigen Energiebedarf. Bei der Bestimmung der Gesundheits- und Ernährungsbedürfnisse dieser mittelgroßen Rassen durch Ernährungswissenschaftler und Tierärzte und bei der Entwicklung von speziellen Futtermitteln, die eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten, sollten einige Bedürfnisse der kleinen Rassen sowie einige Bedürfnisse der großen Rassen berücksichtigt werden.
Steuerung der Blutzuckerreaktion bei kleinen und mittelgroßen Rassen
Da Stärke die primäre Nahrungskomponente ist, die für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verantwortlich ist, verdient diese Nährstoffgruppe erhöhte Aufmerksamkeit bei der Nahrung für kleine und mittelgroße Rassen.2 Zweifellos ist die Steuerung des Blutzuckerspiegels bei großen Rassen wünschenswert, die kleineren Rassen profitieren jedoch ebenfalls davon.
Die Regulierung des Blutzuckers kann in verschiedenen Lebensphasen oder beim Auftreten bestimmter Krankheiten beeinträchtigt sein. Diabetes, Übergewicht, Trächtigkeit und Altern können die Fähigkeit zur Regulierung ihres Blutzuckers verändern.2 Durch die Aufnahme von Nahrung erhöht sich der Blutzucker nach einer Mahlzeit. Daraufhin steigt die Menge an Insulin im Blut. Tiere mit einer anormalen Blutzuckerregulierung haben häufig Schwierigkeiten, Glukose zu speichern. Aus diesem Grund bleibt ihr Blutzucker länger erhöht als bei der normalen Blutzuckerregulierung. Bei diesen beeinträchtigten Tieren ist es von Vorteil, den Blutzucker schneller auf Normalniveau zu senken. Dabei nützen Nahrungsprodukte, die den Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit minimieren.2
Es gibt umfassende Belege, dass verschiedene Stärkelieferanten den Anstieg des Blutzuckers und die Insulinreaktion nach der Mahlzeit unterschiedlich stark beeinflussen.3 Beim Menschen haben Wissenschaftler zahlreichen Stärken einen "glykämischen Index" zugewiesen, der Nahrungsmittel entsprechend ihrer Blutzuckermenge, die sie hervorrufen, relativ zueinander angeordnet.4 Da die meisten Kohlenhydrate in der Nahrung direkt aufgespalten werden, um Blutzucker (Glukose) zu produzieren, kann ihr Einfluss auf den Glukosestoffwechsel erheblich sein.
Von The Iams Company durchgeführte Untersuchungen haben die Auswirkungen von Stärkequellen auf den Blutzuckerspiegel von Hunden nach der Mahlzeit dokumentiert.2 Bei diesem Experiment unterschieden sich die Testnahrungen lediglich in ihrer Stärkequelle. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass die Quelle der Stärke sowohl die Blutzuckerreaktion auf eine Mahlzeit als auch die Insulinreaktion der Bauchspeicheldrüse beeinflusste. Eine Minimierung dieser Reaktion ist wünschenswert, da dadurch die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels für nachhaltige Energieversorgung unterstützt wird. Die höchsten Glukose- und Insulinwerte wurden bei Reis als Stärkequelle gemessen. Die Glukosereaktion sank, wenn Sorghum als Stärkequelle aufgenommen wurde, während bei Gerste die Insulinreaktion reduziert wurde. Produkte mit Sorghum und Gerste als Kohlenhydratquelle scheinen sich bei Hunden demnach am effektivsten auf die Senkung der Blutzuckerreaktion auf eine Mahlzeit auszuwirken (Abbildungen 1 und 2).

Die Regulierung des Blutzuckergehalts im Blut von Hunden nach Mahlzeiten ist ein bedeutender Faktor, da bei Haustieren ein Zusammenhang zwischen einem mangelhaften Glukosestoffwechsel und Übergewicht festgestellt wurde.5 Darüber hinaus gibt es eine Verbindung zwischen den anderen oben erwähnten Krankheiten bzw. Lebensabschnitten (Diabetes, Trächtigkeit und Altern) und einer beeinträchtigten Blutzuckerreaktion auf eine Mahlzeit. Es liegt also in der Verantwortung der Hundebesitzer, ihren Hunden eine Nahrung bereitzustellen, die eine ausgeglichenere Blutzucker- und Insulinreaktion fördert. Diese Herausforderung lässt sich durch die Fütterung einer Kohlenhydratmischung aus Sorghum und Gerste meistern.
ERNÄHRUNGSBEDÜRFNISSE GROSSER RASSEN
Hunde großer und sehr großer Rassen gehören zu den beliebtesten modernen Rassen. Rassen, die ein Körpergewicht von mehr als 25 Kilogramm erreichen können, neigen jedoch zu knochenbasierten Entwicklungsproblemen, die von der Ernährung begünstigt werden können. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Skelettproblemen rückte in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt zahlreicher ernährungswissenschaftlicher Forschungen, insbesondere in Bezug auf Welpen großer Rassen.5-8
In den Untersuchungen wurde gezeigt, dass durch falsches Füttern während der Wachstumsphase mehrere Skeletterkrankungen bei Hunden großer und sehr großer Rassen auftreten können. Etwa 22 % der Hunde im Alter von unter einem Jahr sind von Entwicklungsproblemen der Knochen betroffen, und mehr als 90 % dieser Fälle werden von der Nahrung begünstigt.6 Zwei der Ernährungsszenarios, die zu diesen Störungen beitragen können, sind 1) Ad-libitum-Fütterung eines Produkts (Produkt kann nach Belieben verzehrt werden) mit übermäßigem Kaloriengehalt und 2) Supplementierung mit Kalzium während der Wachstumsphase der Welpen. Entwicklungsstörungen der Knochen werden in der Regel mit dem schnellen Wachstum der Langknochen in Verbindung gebracht. Zu den bei Hunden am häufigsten auftretenden Störungen dieser Art gehören Hüftgelenksdysplasie (CHD), Osteochondrose und hypertrophische Osteodystrophie (HOD).
Die Entwicklungsstörungen
Hüftgelenksdysplasie bei Hunden ist eine komplexe biomechanische Erkrankung des Hüftgelenks. In der Regel sind die Oberflächen der Hüftgelenkpfanne und die Oberfläche des Gelenkkopfs des Oberschenkelknochens nicht deckungsgleich. Dadurch entsteht Laxität oder Gelenklockerheit, deren Ausmaß wiederum den Schweregrad der Erkrankung bestimmt. Gelenklaxität kann zu einer Umformung des Gelenks in Verbindung mit Arthritis führen. Die klinischen Anzeichen sind unterschiedlich: von schweren Lahmheitserscheinungen im frühen Alter bis zu einem völlig symptomfreien Leben. Hüftgelenksdysplasie wird von zahlreichen Faktoren verursacht. Von zentraler Bedeutung sind die genetischen Voraussetzungen sowie Gelenktraumata und andere Umweltfaktoren. Von diesen Umweltfaktoren spielen Ernährung und Wachstumsrate eine große Rolle, insbesondere im Alter von 3 bis 8 Monaten. Bei Welpen mit zu starker Gewichtszunahme treten in diesem Zeitraum häufiger schwerwiegende Veränderungen des Hüftgelenks und daraus resultierende degenerative Gelenkveränderungen auf als bei Welpen, die langsamer wachsen.1,10
Osteochondrosen, darunter die Osteochondrosis dissecans (OCD), sind durch winzige Störungen im Reifungsprozess des Knorpels gekennzeichnet. Zwar können diese Erkrankungen an verschiedenen Stellen des Skeletts auftreten, dennoch entstehen sie am häufigsten an der Schulter, am Kniegelenk, am Sprunggelenk und am Ellbogen. Osteochondrose kann zu akut entzündlichen Gelenk- oder degenerativen Gelenkerkrankungen unter Einbeziehung der Knorpeloberfläche führen. Osteochondrosis dissecans entsteht, wenn sich ein winziger Knorpellappen vom darunter liegenden Knochen löst und der Knochen dadurch mit Gelenkflüssigkeit in Kontakt tritt. Während bei OCD zahlreiche Faktoren, wie Alter, Geschlecht und Rasse eine Rolle spielen, wurden der übermäßigen Gewichtszunahme und der Kalzium-Supplementierung aus ernährungswissenschaftlicher Sicht die größte Bedeutung zugemessen.12,13 Rassen, bei denen OCD häufig auftritt, sind Deutsche Dogge, Labrador Retriever, Neufundländer und Rottweiler.12
Hypertrophische Osteodystrophie tritt ebenfalls vorwiegend bei großen und sehr großen Rassen auf und ist durch übermäßige Knochenablagerungen und verzögerte Knochenresorption am distalen Radius, an der Elle und am Schienbein gekennzeichnet. Mit fortschreitender Erkrankung treten Weichteilschäden um die großen Knochenablagerungen auf. Schmerzen und Schwellung in Verbindung mit Lahmheit und schwankendem Fieber werden häufig beobachtet. Einige dieser Welpen verweigern dann die Nahrungsaufnahme.
Die Gene sind ein wichtiger Faktor bei den meisten Entwicklungserkrankungen der Knochen. Wenn die Vererbung jedoch der einzige Faktor wäre, hätten diese Erkrankungen durch selektives Züchten schon vor langer Zeit ausgerottet werden können. Für CHD wird ein Vererbungskoeffizient von 40 % vermutet.14,15 Dies bedeutet, dass etwa 60 % der beeinflussenden Faktoren für CHD aus der Umwelt stammen. Von diesen Umweltfaktoren gilt die Ernährung als bedeutendstes Element. Zwar wurden bereits zahlreiche Nährstoffgruppen untersucht, dennoch weisen die Ergebnisse erneut darauf hin, dass eine übermäßige Kalorienzufuhr und eine übermäßige Kalziumzufuhr die beiden ernährungswissenschaftlichen Hauptfaktoren sind.
Unerfahrene Besitzer großer Rassen sind häufig der Überzeugung, dass "größer" gleich "besser" bedeutet. Dies kann dazu führen, dass sie den Welpen während der entscheidenden Wachstumsphase zu viele Kalorien füttern. Eine übermäßige Kalorienzufuhr kann bei Welpen eine hohe, jedoch ungesunde Wachstumsrate hervorrufen. Überfütterung bewirkt nicht nur einen Anstieg in Körpermasse, wodurch die wachsenden Knochen überbelastet werden - schnell wachsende Langknochen können sich zudem von Natur aus nur schwächer entwickeln als Knochen mit normalem Wachstum. Der Mechanismus bei übermäßiger Kalziumzufuhr ist komplexer. Nahrung mit hohem Kalziumgehalt führt zu hohen Kalziummengen im Blut, wodurch der natürliche Mechanismus des Körpers angeregt wird, den Normalzustand aufrecht zu erhalten. Durch das Hormon Calcitonin wird die normale Reifung des Knorpelgewebes verlangsamt und die Geschwindigkeit, mit der Kalzium in den Knochen aufgenommen wird, verzögert. Eine chronische Unterdrückung dieser Funktionen durch übermäßiges Kalzium führt zu einer erhöhten Verdickung wachsender Knochen. Dies kann wiederum Entwicklungsstörungen der Knochen und Gelenke nach sich ziehen. Im Rahmen einer umfassenden Studie mit Deutschen Doggen im Wachstum hat man herausgefunden, dass Überernährung die Entwicklung orthopädischer Probleme begünstigt.16
Bei dieser Studie entwickelten Welpen, die eine kalorienreduzierte Nahrung erhielten, weniger orthopädische Probleme als Welpen mit unbegrenzter Kalorienzufuhr. Zu den häufig beobachteten Problemen gehörten verdickte Verbindungsstellen der Rippenknorpel, Hyperextension der Karpalgelenke, vergrößerte Wachstumsregionen der Langknochen und eine Absenkung des "Handgelenks" an den Vorderläufen und des Sprunggelenks an den Hinterläufen. Diese Ergebnisse wurden mit anderen Hunden großer Rassen sowie mit anderen Deutschen Doggen seit dieser ursprünglichen Studie untermauert.16-18 Unter praktischen Gesichtspunkten wird die Größe von ausgewachsenen Hunden großer Rassen hauptsächlich vom Erbmaterial bestimmt, d. h. von der Größe ihrer Eltern. Durch die Steigerung der Energiezufuhr wird lediglich die Geschwindigkeit, mit der die Welpen diese Größe erreichen, erhöht. Welpen, die langsamer, "natürlicher" wachsen, wiegen letztendlich das Gleiche wie schneller wachsende Geschwister aus demselben Wurf. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Gelenk- oder Knochenprobleme entwickeln, ist jedoch geringer.
Eine weitere Irrmeinung über Ernährung und Entwicklungsprobleme der Knochen betrifft die Rolle von Eiweiß in der Nahrung. Der Gehalt dieser Nährstoffgruppe in Welpenprodukten wurde ebenfalls als Einflussfaktor für die Häufigkeit dieser Erkrankungen bei Welpen großer Rassen diskutiert, jedoch nie bestätigt.19 Von Nap und Kollegen durchgeführte Studien haben gezeigt, dass bei Deutsche Dogge-Welpen, die Produkte mit unterschiedlichem Eiweißgehalt (31,6 %, 23,1 % und 14,6 %) 18 Wochen lang ab der Entwöhnung erhielten, keine Unterschiede in der Kalziumaufnahme oder Entwicklung von Knochenerkrankungen festgestellt wurden.20 Eiweiß gilt bei Entwicklungsstörungen der Knochen bei Welpen großer Rassen nicht als bedeutender Faktor.
Die Nahrungsergänzung mit Kalzium ist eine weitere, häufig von unerfahrenen Züchtern von Welpen großer Rassen verwendete Fütterungspraxis. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Übermaß an Kalzium die Skelettentwicklung bei großen und sehr großen Rassen negativ beeinflussen kann.21 In einer 18-monatigen Studie, die von The Iams Company und der Auburn University durchgeführt wurde, erhielten Deutsche Dogge-Welpen eines von drei Produkten mit einem Kalziumgehalt von 0,48 %, 0,8 % bzw. 2,7 %. Die Welpen, die die kalziumreiche Nahrung erhielten, waren zu 86 % von den Lahmheitserscheinungen betroffen, die im Rahmen der Studie auftraten.
In weiteren Studien fand man heraus, dass Deutsche Dogge-Welpen die Aufnahme von übermäßigen Mengen Kalzium nicht vor dem Alter von etwa sieben Monaten reduzieren konnten.21-23 Welpen großer Rassen sollten daher eine ausreichende, jedoch nicht übermäßige Menge an Kalzium in der Nahrung erhalten. In der Praxis ist ein Gehalt von 0,8 % Kalzium in der Nahrung für Welpen großer und sehr großer Rassen förderlich.
Einige Züchter und Hundebesitzer versuchen die Kalzium- und Energiezufuhr bei schnell wachsenden Welpen über ein Produkt für ausgewachsene, normal aktive Hunde zu steuern. Wenn dieses Produkt jedoch einen typischen Kalziumgehalt (1,1 %) aufweist, nehmen die Welpen immer noch zu hohe Kalziummengen zu sich. Eine Nahrung mit standardmäßigem Energiegehalt in Verbindung mit einem geringeren Kalziumgehalt ist für die Ernährung von Welpen großer Rassen ideal. Diese Art von Nahrung ist im Handel als Futtermittel für "Welpen großer Rassen" erhältlich.
SCHLUSSFOLGERUNG
Die Vielfalt der gezüchteten Hunderassen hat zu interessanten Eigenheiten in Bezug auf Exterieur, Persönlichkeit und Ernährungsbedürfnisse geführt. Züchter und Hundebesitzer können die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Rasse unterstützen, indem sie gut recherchierte Ergebnisse zur speziellen Ernährung für ihre jeweilige Rasse und Rassengröße heranziehen. Kleine und mittelgroße Rassen benötigen häufig eine höhere Kalorienzufuhr zur Unterstützung des erhöhten Energieumsatzes. Alle Rassen können von einer Nahrung profitieren, die die Regulierung der Blutzucker- und Insulinreaktion nach einer Mahlzeit fördert. Dies lässt sich durch Verwendung von Gerste oder Sorghum als wichtigsten Stärkelieferanten erzielen. Große und sehr große Rassen benötigen eine moderate Kalorien- und Kalziumzufuhr in der Wachstumsphase. Hundebesitzer und Züchter, die mit den speziellen gesundheitlichen und ernährungswissenschaftlichen Anforderungen ihrer Rasse vertraut sind, stellen ihren Hunden mit größerer Wahrscheinlichkeit die optimale Nahrung zur Verfügung.
LITERATURNACHWEISE
1.Case LP, Carey DP, Hirakawa DA, Daristotle A. Canine and Feline Nutrition, 2nd ed. St. Louis: Mosby Co, 2000; 248.
2.Bouchard GF, Sunvold GD. Improving canine glycemic response to a meal with dietary starch, in Proceedings. Recent Advances in Clinical Management of Diabetes Mellitus, North Amer Vet Conf, 1999; 16-19.
3.Sunvold GD. Dietary fiber for dogs and cats: A historical perspective. In: Carey DP, Norton SA, Bolser SM, eds. Recent Advances in Canine and Feline Nutritional Research: Proceedings from the 1996 Iams International Nutrition Symposium. Wilmington OH: Orange Frazer Press, 1996; 3-14.
4.Jenkins DJ, Wolever TM, Taylor RH, Barker H, Fielden H, Baldwin JM, Bowling AC, Newman HC, Jenkins, AL, Goff D. Glycemic index of foods: A physiological basis for carbohydrate exchange. Am J Clin Nutr 1981; 34:362-366.
5.Richardson DC, Zentek J. Nutrition and osteochondrosis, Vet Clin North Am Small Anim Pract 1998; 28:115-135.
6.Sunvold GD, Bouchard GF. The glycemic response to dietary starch. In: Reinhart GA, Carey DP, ed. Recent Advances in Canine and Feline Nutrition, Vol. II; 1998 Iams Nutrition Symposium Proceedings. Wilmington OH: Orange Frazer Press, 1998; 123-131.
7.Mattheeuws D, Rottiers R, Baeyens D, Vermeulen A. Glucose tolerance and insulin response in obese dogs. J Am Anim Hosp Assoc 1984; 20:287-293.
8.Johnson JA, Austin C, Breuer GJ. Incidence of canine appendicular musculoskeletal disorders in16 veterinary teaching hospitals from 1980-1989. J Vet Comp Orthop Trauma 1994; 7:56-69.
9.Lepine A. Nutritional management of the large breed puppy. In: Reinhart GA, Carey DP, ed. Recent Advances in Canine and Feline Nutrition, Vol. II; 1998 Iams Nutrition Symposium Proceedings. Wilmington OH: Orange Frazer Press, 1998; 53-63.
10.Crenshaw TD. Nutritional effects on bone strength in the growing canine. In: Reinhart GA, Carey DP, ed. Recent Advances in Canine and Feline Nutrition, Vol. II; 1998 Iams Nutrition Symposium Proceedings. Wilmington OH: Orange Frazer Press, 1998; 29-40.
11.Kasstrom H. Nutrition, weight gain and development of hip dysplasia, Acta Radiol 1975; 334 (suppl): 135-179.
12.Slater MR, Scarlett JM, Kaderly RE,et al. Breed, gender, and age risk factors for canine osteochondritis dessicans. J Vet Com Orthop Trauma 1991; 4:100-106.
13.Slater MR, Scarlett JM, Donoughue S, Kaderly RE, Bonnett BN, Cockshutt J, Erb HN. Diet and exercise as potential risk factors for osteochondritis dessicans in dogs. Am J Vet Res 1992; 53:2119-2124.
14.Willis MB. Hip scoring: a review of 1985-1986. Vet Rec 1986; 118:461-462.
15.Corley EA, Hogan PM. Trends in hip dysplasia control. J Am Vet Med Assoc 1985; 187:638-640.
16.Hedhammer A, Wu F, Krook L, et al. Overnutrition and skeletal disease - an experimental study in growing Great Dane dogs. Cornell Vet 1974; 64(suppl 5):1-159.
17.Kasstrom H. Nutrition, weight gain and development of hip dysplasia, Acta Radiol 1975; 33(suppl):135-179.
18.Lust G, Geary JC, Sheffy BE. Development of hip dysplasia in dogs. Am J Vet Res 1973; 34:87-91.
19.Lepine AJ. Nutritional influences on skeletal growth of the large breed puppy, in Proceedings. Canine Skeletal Development and Soundness, North American Veterinary Conference, 1998; 15-18.
20.Nap RC, Hazewinkel HAW, Voorhout G. Growth and skeletal development in Great Dane pups fed different levels of protein intake. J Nutr 1991; 121:S107-S113.
21.Lauten SD, Brawner WR, Hathcock JT. Growth and body composition of the large breed puppy as affected by diet. In: Reinhart GA, Carey DP, ed. Recent Advances in Canine and Feline Nutrition, Vol. II; 1998 Iams Nutrition Symposium Proceedings. Wilmington OH: Orange Frazer Press, 1998; 63-70.
22.Hazewinkel HH, et al Effects of chronic calcium excess on calciotropic hormones and calcium homeostatsis in growing large breed dogs. In: Influences of Different Calcium Metabolism and Skeletal Development in Young Great Danes. The Netherlands, 1969; 77-91.
23.Hazewinkel HA, Van den Brom WE, Van OT Klooster AT, Voorhout G, Van Wees A. Calcium metabolism in Great Dane dogs fed diets with various calcium and phosphorous levels. J Nutr 1991; 121:S99-S106.